Das Hochbeet – modernes Gartenelement mit langer Tradition

Hochbeete sind momentan bei Hobbygärtnern, Selbstversorgern und Menschen jeden Alters sehr im Trend. Dabei handelt es sich um ein Jahrtausende altes Prinzip. Vor mehreren tausend Jahren legte man in Südchina bereits so genannte Hügelbeete an. Durch die Erhöhung und Rundung der aufgeschütteten Erde vergrößerte man die Anbaufläche und erzielte durch Wärme höhere Erträge. Auch in europäischen Kloster- und Burggärten des Mittelalters häufte man fruchtbare Erde zu kleinen Hügeln an, um darauf Kräuter und Früchte anzubauen. Anfang des 20. Jahrhunderts baute man in England so genannte Mistbeete an, die sich die Verrottungswärme von Stallmist zunutze machten.

Das seit den 1960er Jahren in Europa beliebte Hochbeet, das im Mittelpunkt dieser Seite steht, kann als Weiterentwicklung der alten Anbau-Kultur gesehen werden, ist es doch ein Hügelbeet in der Kiste, das sich durch Kompost im Inneren auch den Wärme- und Nährstoffeffekt des Mistbeets zu nutze macht.

Hochbeet_32 Definition:

Wenn also im Folgenden vom Hochbeet die Rede ist, meine ich ein eingerahmtes Beet von ca. 50-90 cm Höhe, beliebiger Form (meist quadratisch oder rechteckig für Nutzpflanzen, wenn Dekoration im Mittelpunkt steht aber auch gern mal oval, rund etc.), das in der Regel mit Kompost und Erde gefüllt ist und aus Holz, Metall, Kunststoff oder Stein bestehen kann.

Vorteile heutiger Hochbeete

Hochbeete haben – egal ob für Balkon, Terrasse oder Freiland – viele Vorteile:

  • Habau 2854 Hochbeet mit Ablage, 119 x 57 x 90 cmRückenfreundliches Arbeiten: Es gibt nicht viele Bewegungsarten, die schädlicher für unseren Rücken sind als Gartenarbeit in gebückter oder nach vorn gebeugter Haltung, womöglich noch mit großer Kraftanstrengung beim Umgraben oder Unkrautjäten. Dieses Problem hast du bei einem Hochbeet nicht. Je nachdem wie groß du bist und wie hoch dein Hochbeet ist, kannst du bequem im Stehen oder sogar im Sitzen arbeiten. Das Hochbeet-Gärtnern ist auf diese Weise auch für ältere Menschen oder sogar Rollstuhlfahrer möglich.
  • Da du deine Pflänzchen in Augenhöhe hast, hast du alles besser im Blick. Unkraut fällt viel früher auf und kann einfach herausgezupft werden.
  • Durch die Erhöhung um 50-90 cm kannst du früher (in der Regel ca. 2 Wochen früher verglichen mit der Freiland-Kultur) mit dem Anbau beginnen und bei guter Pflege auch eher und vor allem mehr ernten. Dies wird durch mehrere Faktoren begünstigt:
    1. Deine Pflänzchen stehen erhöht und haben es im Frühjahr schon viel wärmer als Pflanzen im Freiland. Kalte Luft ist schwerer als warme und hält sich auf flachen Beeten sehr lange.
    2. Die Sonnenstrahlen treffen auch auf die Seitenwände des Hochbeetes und erwärmen es so zusätzlich.
    3. Der Kompost im Inneren deines Hochbeets gibt beim Verrotten Wärme und Nährstoffe ab.
  • Du bist flexibel bei der Wahl, welche Pflanzen du anbauen möchtest. Durch die erhöhte Wärme- und Nährstoffzufuhr gedeihen im Hochbeet auch Pflanzen, die in unseren Breiten ’normalerweise‘ Schwierigkeiten haben.
  • Ebenso flexibel bist du bei der Wahl der Erde. Du kannst auf klassische Kompostschichtung setzen (wie das geht, verrate ich dir hier) oder spezielle Pflanzenerde einfüllen, je nachdem was du anpflanzen möchtest.
  • Du hast weniger Probleme mit Schädlingen: Schnecken verirren sich seltener ins Hochbeet, auch unerwünschte Wurzelpflanzen wie Ackerwinden kommen so gut wie gar nicht im Hochbeet vor (es sei denn du bringst Mutterboden herein, in dem sich bereits die Ackerwinde tummelt – also aufgepasst beim Befüllen).
  • Da durch die Kompostfüllung auf Düngen weitgehend verzichtet werden kann, kannst du und deine Familie garantiert unbelastetes Obst und Gemüse essen.
  • Das Hochbeet ist auch für Gartenanfänger gut geeignet.
  • Hochbeete können ein dekoratives Gestaltungselement deines Balkons, deiner Terrasse oder deines Gartens sein.

Was muss ich bei der Planung und Anschaffung beachten?

Standort und  Bodenbeschaffenheit

Die Standort-Frage hängt in erster Linie davon ab, was du in deinem Hochbeet anbauen willst. Gerade Nutzpflanzen benötigen oft einen hellen und warmen Standort. Möchtest du dekorative Farne und Sträucher anpflanzen geht auch ein schattigeres Plätzchen. Bedenke aber bitte, dass ein vollständig gefülltes ’normales‘ Hochbeet (1,2 m x 1,2 m x 0,8 m) schon mal schnell mehr als eine Tonne wiegen kann und dann nicht mehr so einfach verrückbar ist, wenn man es sich doch anders überlegt hat. Nimm dir daher genügend Zeit bei der Planung.

Das Gewicht ist natürlich auch relevant, wenn du dein Hochbeet auf den Balkon stellen möchtest. Erkundige dich bitte vorher, wieviel es wiegen darf und ob der Boden geeignet ist.

Bei versiegelten Böden (Holz, Fliesen und Beton) ist besondere Vorsicht geboten: Wenn unten dauerhaft Wasser austritt, wird der versiegelte Boden nach spätestens einem Jahr bleibendende Schäden genommen haben oder komplett ruiniert sein. In diesem Fall muss dein Hochbeet nach unten gut verschlossen sein und ein Drainagesystem besitzen, um das Wasser kontrolliert abzuleiten.

Außerdem solltest du dein Hochbeet so stellen, dass es bequem erreichbar ist, du willst es ja nicht nur von der Ferne bewundern, sondern auch daran arbeiten, regelmäßig nach deinen Pflänzchen sehen, gießen und Unkraut entfernen. Von mindestens einer Seite sollte nach Möglichkeit soviel Platz sein, dass du dein Hochbeet mit einer Schubkarre erreichen kannst.

Größe

Die Größe deines Hochbeets hängt natürlich sehr davon ab, ob es auf Balkon, Terrasse oder im Freiland stehen soll und wie groß dein Garten ist. Das Normalmaß für ein Hochbeet beträgt Länge: 1,2 m x Breite: 1,2 m x Höhe: 0,8 m. Ich werde dir auf den folgenden Seiten aber auch noch kleinere und größere Hochbeete in verschiedenen Formen und Stilrichtungen vorstellen.

Selbst bauen oder Bausatz bestellen?

Takasho Hochbeet VegTrug Poppy schwarz / rotIn Gartencentern oder im Online-Handel gibt es sehr viele Fertigbausätze für tolle Hochbeete, von denen ich dir auf den folgenden Seiten einige vorstellen und empfehlen werde. Die Kosten variieren stark je nach Material, Größe und Design. Ein Hochbeet kann man für rund 50 Euro bekommen, man kann aber auch weit über 1000 Euro dafür ausgeben – je nach Vorstellung, Anspruch und Platz. Daher solltest du vorher auch überlegen, wieviel du bereit bist für dein Hochbeet auszugeben. Ein Hochbeet muss keine teure Angelegenheit sein, auch für einen moderaten Preis bekommst du schon ein gutes Hochbeet.

Du kannst dir natürlich auch ein eigenes Hochbeet konzipieren und es mit Materialien aus dem Baumarkt selbst bauen. Diese Möglichkeit ist immer ein wenig günstiger als der Kauf eines Fertigbausatzes, verlangt aber auch handwerkliches Geschick und Know-How. Da ich hier keine Expertin bin – ich besitze zwar durchaus handwerkliches Geschick, aber keinerlei Erfahrungen im Hochbeet-Bau – werde ich auf Ideen zum Selberbauen nicht weiter eingehen. Hierzu kann ich dir aber einige Bücher empfehlen, wo du neben weiteren Informationen über Hochbeete und Pflanzen auch Anleitungen zum Hochbeet-Bau findest.

Meine Buchempfehlungen zum Hochbeet

„Hast du einen Garten und eine Bibliothek, dann hast du alles, was du brauchst.“
(Cicero, 106-43 v. Chr.)